Yalda

Land/Jahr Frankreich /Deutschland 2019
Regie Massoud Bakhshi
Darsteller Sadaf Asgari, Behnaz Jafari, Fereshte Sadre Orafaiy u.a.
Länge 89 Minuten
Altersfreigabe Sehenswert ab 14

Eine wegen Mordes verurteilte Frau kann der Todesstrafe entkommen, wenn sie in einer TV-Sendung ein Millionenpublikum dazu bewegt, ihr zu verzeihen. Zugleich archaisch und hochmodern entfaltet die Geschichte um Schuld, Vergebung und Einschaltquoten die Wucht einer griechischen Tragödie und bedient sich dabei der filmischen Mittel des Thrillers. 

Eine junge iranische Frau, die ihren viel älteren Ehemann erschlagen hat, wird zum Tode verurteilt. Sie erhält die Chance, am Yalda-Fest in einer Reality-TV-Show die Familie des Getöteten um Vergebung zu bitten und sich einem Zuschauervotum über Leben und Tod zu unterwerfen. Das kammerspielartige Drama begnügt sich nicht mit der Kritik an patriarchalen Machtstrukturen zwischen Eheleuten im Iran, sondern weitet den Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse. Zudem wirft der Film ein irritierendes Licht auf Soziale Medien, die sich bestens mit antidemokratischen Tendenzen und autoritären Systemen vertragen. 

Film des Monats (CH) €“ Dezember 2020